Während manche Menschen ein solches Ereignis mit der Zeit verarbeiten, entwickeln andere eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Die Erkrankung kann dazu führen, dass selbst alltägliche Situationen als bedrohlich empfunden werden und die Ausübung des bisherigen Berufs dauerhaft nicht mehr möglich ist.
Viele Betroffene versuchen zunächst, ihren Alltag und ihren Beruf wie gewohnt fortzuführen. Sie verdrängen das Erlebte, vermeiden belastende Situationen oder hoffen, dass die Beschwerden von selbst verschwinden. Nicht selten verschlechtert sich der Gesundheitszustand jedoch mit der Zeit, sodass die beruflichen Anforderungen schließlich nicht mehr bewältigt werden können.
Wann führt eine PTBS zur Berufsunfähigkeit?
Nicht jedes traumatische Ereignis führt automatisch zu einer Berufsunfähigkeit.
Entscheidend ist vielmehr, welche konkreten gesundheitlichen Folgen die Erkrankung verursacht und wie sich diese auf Ihren zuletzt ausgeübten Beruf auswirken.
Viele Betroffene leiden unter einer dauerhaften psychischen Überlastung. Bereits alltägliche Reize oder Situationen können intensive Angst, Stress oder Erinnerungen an das traumatische Ereignis auslösen. Dadurch können Konzentration, Belastbarkeit, Entscheidungsfähigkeit und der Umgang mit anderen Menschen erheblich beeinträchtigt werden.
Ob eine Berufsunfähigkeit vorliegt, richtet sich deshalb nicht nach der Diagnose allein, sondern danach, ob Sie Ihren bisherigen Beruf noch dauerhaft ausüben können.
Wie äußert sich eine Posttraumatische Belastungsstörung?
Die Beschwerden können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Häufig berichten Betroffene über:
- ungewollte Erinnerungen an das traumatische Ereignis (Flashbacks),
- Albträume,
- Schlafstörungen,
- starke innere Anspannung,
- Schreckhaftigkeit,
- Konzentrations- und Gedächtnisstörungen,
- Vermeidungsverhalten,
- Panikattacken,
- emotionale Taubheit,
- Reizbarkeit oder Aggressivität,
- soziale Isolation sowie
- körperliche Beschwerden wie Herzrasen, Schweißausbrüche oder Zittern.
Nicht jeder Betroffene entwickelt sämtliche Symptome. Art und Ausmaß der Beschwerden unterscheiden sich erheblich und müssen stets individuell beurteilt werden.
Viele Berufe werden durch PTBS besonders belastend
Die Auswirkungen einer PTBS hängen maßgeblich von den Anforderungen des jeweiligen Berufs ab.
Polizisten, Feuerwehrkräfte, Rettungsdienstmitarbeiter, Soldaten oder Beschäftigte im Sicherheitsbereich können durch erneute Konfrontationen mit belastenden Situationen erheblich beeinträchtigt werden.
Aber auch Lehrer, Ärzte, Pflegekräfte, Bus- und Lkw-Fahrer, Führungskräfte oder Büroangestellte können aufgrund von Konzentrationsstörungen, Schlafmangel, erhöhter Schreckhaftigkeit oder ausgeprägten Angstreaktionen ihre beruflichen Aufgaben nicht mehr zuverlässig erfüllen.
Deshalb ist immer die konkrete berufliche Tätigkeit maßgeblich und nicht allein die Berufsbezeichnung.
PTBS tritt häufig gemeinsam mit weiteren Erkrankungen auf
In der anwaltlichen Praxis ist eine Posttraumatische Belastungsstörung häufig nicht die einzige gesundheitliche Beeinträchtigung.
Nicht selten bestehen zusätzlich:
- Depressionen,
- Angststörungen,
- Schlafstörungen oder
- Suchterkrankungen.
Gerade das Zusammenwirken mehrerer körperlicher und psychischer Erkrankungen kann dazu führen, dass die Anforderungen des bisherigen Berufs dauerhaft nicht mehr erfüllt werden können. Deshalb sollte im Berufsunfähigkeitsverfahren stets das gesamte Krankheitsbild betrachtet werden.
Eine sorgfältige medizinische Dokumentation ist besonders wichtig
Bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung spielen die medizinischen Unterlagen eine zentrale Rolle.
Psychiatrische und psychotherapeutische Behandlungsberichte dokumentieren nicht nur die Diagnose, sondern auch die Entwicklung der Erkrankung, die geschilderten Beschwerden, den Therapieverlauf und die Auswirkungen auf die berufliche Leistungsfähigkeit.
Ebenso wichtig ist eine nachvollziehbare Beschreibung des Berufsalltags. Welche Tätigkeiten konnten nach dem traumatischen Ereignis nicht mehr ausgeführt werden? Welche Situationen mussten vermieden werden? Welche Aufgaben wurden von Kollegen übernommen? Erst das Zusammenspiel aus medizinischer Dokumentation und den konkreten beruflichen Auswirkungen ermöglicht eine fundierte Beurteilung der Berufsunfähigkeit.
Nicht jede PTBS verläuft gleich
Der Verlauf einer Posttraumatischen Belastungsstörung ist individuell sehr unterschiedlich.
Einige Betroffene stabilisieren sich durch eine frühzeitige Traumatherapie, andere benötigen über viele Jahre eine intensive psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung. Manche erleben Phasen der Besserung, bevor belastende Situationen erneut zu einer erheblichen Verschlechterung führen.
Gerade diese wechselnden Verläufe machen eine sorgfältige Aufarbeitung des Krankheitsverlaufs im Berufsunfähigkeitsverfahren besonders wichtig.
Wir unterstützen Sie bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche
Leistungsverfahren wegen einer Posttraumatischen Belastungsstörung gehören zu den anspruchsvollsten Fällen im Berufsunfähigkeitsrecht. Neben den medizinischen Unterlagen kommt es entscheidend darauf an, die Auswirkungen der Erkrankung auf die konkrete berufliche Tätigkeit nachvollziehbar darzustellen.
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